{"id":178,"date":"2026-04-28T15:59:32","date_gmt":"2026-04-28T15:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/?page_id=178"},"modified":"2026-05-10T06:09:59","modified_gmt":"2026-05-10T06:09:59","slug":"kein-platz-fuer-mich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/erfahrungsberichte\/kein-platz-fuer-mich\/","title":{"rendered":"Kein Platz f\u00fcr mich"},"content":{"rendered":"\n<h1 id=\"kein-platz-fuer-mich-und-fuer-meine-sachen\" class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Kein Platz f\u00fcr mich (und f\u00fcr meine Sachen)<\/h1>\n\n\n<div role=\"navigation\" aria-label=\"Inhaltsverzeichnis\" class=\"simpletoc wp-block-simpletoc-toc\"><ul class=\"simpletoc-list\" style=\"padding-left:0;list-style:none;\">\n<li><a href=\"#meine-geschichte\">Meine Geschichte<\/a>\n\n<ul>\n<li><a href=\"#kindheit\">Kindheit<\/a>\n<\/li>\n<li><a href=\"#studium\">Studium<\/a>\n<\/li>\n<li><a href=\"#messie-und-mutter\">Messie und Mutter<\/a>\n<\/li>\n<li><a href=\"#therapie\">Therapie<\/a>\n<\/li>\n<li><a href=\"#veraenderung\">Ver\u00e4nderung<\/a>\n<\/li>\n<li><a href=\"#rueckfall\">R\u00fcckfall<\/a>\n<\/li>\n<li><a href=\"#heute\">Heute<\/a>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a href=\"#was-hat-geholfen\">Was hat geholfen?<\/a>\n<\/li><\/ul><\/div>\n\n\n<h2 id=\"meine-geschichte\" class=\"wp-block-heading\">Meine Geschichte<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"kindheit\" class=\"wp-block-heading\">Kindheit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich geboren wurde, waren meine Eltern seit fast anderthalb Jahren verheiratet, hatten aber noch keine eigene Wohnung. Sie lebten in einem Zimmer in der Wohnung meiner Gro\u00dfeltern. W\u00e4hrend meine Mutter arbeiten war, passte meine Oma auf mich auf. Meine Mutter erz\u00e4hlt, dass es schwierig f\u00fcr sie war, wenn sie nach Hause kam, weil meine Oma mich nicht &#8222;hergeben&#8220; wollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht ganz ein Jahr nach mir kam meine Schwester zur Welt, etwas zu fr\u00fch, ein zartes Kind, oft krank. Jetzt war meine Mutter zwar nicht mehr berufst\u00e4tig, aber durch meine Schwester stark beansprucht. Meine Eltern hatten immer noch keine eigene Wohnung, und in ihrem Zimmer war nur Platz f\u00fcr <strong>ein<\/strong> Kinderbett. Also war ich jetzt Tag und Nacht bei meinen Gro\u00dfeltern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anderthalb Jahre sp\u00e4ter, kurz bevor mein Bruder geboren wurde, sind wir innerhalb des Hauses umgezogen. Das ist meine fr\u00fcheste Kindheitserinnerung, wie ich mit meinem Kopfkissen im Arm \u00fcber den Flur von einer Wohnung in die andere laufe und \u00fcberhaupt nicht verstehe, was da gerade geschieht. Warum darf ich jetzt pl\u00f6tzlich nicht mehr bei meiner Oma schlafen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Verluste, an die ich mich erinnere, waren zwar nicht ganz so gravierend, aber auch schlimm. Ich war immer schon ziemlich gro\u00df und musste mich schon bald richtiggehend b\u00fccken, um meinen hei\u00dfgeliebten Puppenwagen schieben zu k\u00f6nnen. Eines Tages kam ich aus dem Kindergarten nach Hause &#8211; und der Puppenwagen war weg. Meine Mutter hatte ihn als Spende ins Waisenhaus gebracht ohne mich zu fragen, ob ich bereit w\u00e4re, ihn abzugeben. Au\u00dferdem war ich jedes Mal traurig, wenn mir ein Kleid zu klein geworden war, und ich es an meine Schwester abgeben musste, zumal meine Schwester die Kleider eigentlich gar nicht haben wollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zu meiner Heirat habe ich geglaubt, ich sei adoptiert. Meine Eltern haben mir zwar immer wieder versichert, dass ich ihr leibliches Kind sei, und auch die Familien\u00e4hnlichkeit war nicht zu \u00fcbersehen, aber erst als ich meine Geburtsurkunde am Standesamt abgeholt habe, konnte ich akzeptieren, dass meine Eltern wohl tats\u00e4chlich meine leiblichen Eltern sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich f\u00fchlte (und f\u00fchle mich immer noch) als Au\u00dfenseiterin in der Familie.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Meine Geschwister waren lange Zeit etwa gleich gro\u00df und haben immer wieder voller Begeisterung ihre Kleidung getauscht (damals gab es ja noch gro\u00dfe Unterschiede zwischen M\u00e4dchen- und Jungsklamotten) &#8211; und ich hatte niemanden, mit dem ich h\u00e4tte tauschen k\u00f6nnen. <\/li>\n\n\n\n<li>Meine Geschwister hatten beide Kuscheltiere &#8211; ich nicht (warum auch immer). Meine Geschwister durften beide ein Instrument lernen &#8211; ich nicht (angeblich war ich unmusikalisch). <\/li>\n\n\n\n<li>Wenn wir alle zusammen spazieren gingen und der B\u00fcrgersteig schmal war, nahm meine Mutter meinen Bruder an die Hand, mein Vater meine Schwester &#8211; und ich musste alleine gehen (ich war ja mit vier oder f\u00fcnf Jahren schon gro\u00df!). <\/li>\n\n\n\n<li>Meine Geschwister wurden auch f\u00fcr mittelm\u00e4\u00dfige Schulnoten gelobt &#8211; wenn ich eine zwei nach Hause brachte, hie\u00df es dagegen: &#8222;Und: warum ist es keine eins?&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus meiner fr\u00fchen Kindheit gibt es kaum Fotos, auf denen ich fr\u00f6hlich, gl\u00fccklich oder wenigstens entspannt aussehe (meine Geschwister dagegen schon). Ich wei\u00df noch, dass ich eigentlich st\u00e4ndig Angst hatte, etwas falsch zu machen. Mein Vater und mein Gro\u00dfvater hatten gro\u00dfen Spa\u00df daran, mich zu \u00e4rgern oder in Panik zu versetzen. Eine besonders schlimme Erinnerung ist folgende:<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df nicht mehr, was der Anlass war, aber mein Vater und mein Gro\u00dfvater haben mich zur Strafe in eine Decke gewickelt und wie ein Paket verschn\u00fcrt. Dann haben sie mir angedroht, sie w\u00fcrden jetzt eine Briefmarke besorgen und mich nach Afrika schicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"818\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Elke_als_Paket.jpg\" alt=\"Ein kleines Kind, verschn\u00fcrt wie ein Paket, mit panischem Gesichtsausdruck\" class=\"wp-image-319\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Elke_als_Paket.jpg 1000w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Elke_als_Paket-300x245.jpg 300w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Elke_als_Paket-768x628.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwann hat meine Oma mich dann gerettet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da unsere Vermieterin ziemlich schwierig war, durften wir keine Kinder zum Spielen mit nach Hause bringen. Auch sonst gab es wenig Gelegenheit, mit anderen Kindern zusammen zu sein. Deswegen habe ich auch nie so richtig gelernt, wie man sich einer Gruppe anschlie\u00dft oder Kontakt zu anderen aufnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kindergarten bekam ich oft zu h\u00f6ren: &#8222;Geh weg, du st\u00f6rst!&#8220; In der Grundschule wurde ich wegen meiner Kleidung ausgelacht. Auf dem Gymnasium habe ich jede Pause auf der Toilette oder mit einem Buch am Rand des Schulhofs verbracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir hatten wenig Geld und demzufolge auch wenig Sachen &#8211; und trotzdem reichte der Platz nie aus, um sie unterzubringen. Es war f\u00fcr mich einfach unm\u00f6glich, meine Sachen ordentlich und \u00fcbersichtlich (!) aufzur\u00e4umen (dann lieber gar nicht). Ich \u00fcberlege immer mal wieder, ob ich vielleicht auch aus Protest nicht aufger\u00e4umt habe. Meine Eltern waren sehr streng. Kindlichen Trotz und jugendliche Rebellion gab es f\u00fcr mich einfach nicht (f\u00fcr meinen Bruder sp\u00e4ter schon). Es gab oft \u00c4rger wegen meiner Unordnung, aber vielleicht war f\u00fcr mich ja negative Aufmerksamkeit besser als gar keine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht meines Vaters war Hausarbeit allein die Aufgabe der Mutter. Das meiste hat meine Mutter erledigt, w\u00e4hrend wir in der Schule waren. Ich habe also nie gesehen, wie man zum Beispiel ein Bad putzt, ja ich wusste nicht einmal, dass man regelm\u00e4\u00dfig putzen muss. Nachmittags hat meine Mutter sich um uns Kinder gek\u00fcmmert (Vokabeln abfragen, zur Musikschule fahren, etc.) und abends hat sie geflickt, geb\u00fcgelt, Schuhe geputzt und ein Haushaltsbuch gef\u00fchrt. Dabei habe ich ihr meistens in der K\u00fcche Gesellschaft geleistet, w\u00e4hrend mein Vater und meine Geschwister vor dem Fernseher sa\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe immer die N\u00e4he meiner Mutter gesucht. Heute \u00fcberlege ich, ob ihr das vielleicht l\u00e4stig war. Nach dem Mittagessen habe ich immer freiwillig abgetrocknet, um ihr aus der Schule erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Wenn alle zusammen waren, bekam ich immer zu h\u00f6ren: &#8222;Red&#8216; nicht so viel. Die anderen wollen auch mal was sagen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"studium\" class=\"wp-block-heading\">Studium<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit des Studiums war unproblematisch. Ich lebte weit weg von zu Hause in einer anderen Stadt. Dort habe ich schon nach wenigen Monaten meinen Mann kennengelernt. Wir sind ziemlich bald zusammengezogen, in eine winzige m\u00f6blierte Wohnung, aber die Schr\u00e4nke waren gro\u00df genug f\u00fcr das Wenige, was wir dabei hatten. Beide hatten wir nur das N\u00f6tigste von zu Hause mitgenommen. Alles andere w\u00fcrden wir sp\u00e4ter holen, wenn wir es brauchten und mehr Platz  h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"messie-und-mutter\" class=\"wp-block-heading\">Messie und Mutter<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als dann die Kinder kamen, wurde es schwierig. Ich hatte ja nie gelernt, wie man einen Haushalt f\u00fchrt. Kochen, Backen und Einkaufen waren nie ein Problem,  Waschen und B\u00fcgeln auch nicht &#8211; aber Aufr\u00e4umen und Putzen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Kinder noch klein waren, haben sie noch ungeniert Freunde und Freundinnen zum Spielen mit nach Hause gebracht. Sp\u00e4ter dann nicht mehr. Mir hat das sehr leid getan, aber ich habe es nicht geschafft, etwas daran zu \u00e4ndern. Besonders schlimm war eine Situation, als ich einkaufen war und beim Heimkommen sehen musste, wie der neunj\u00e4hrige Nachbarsjunge bei mir in der K\u00fcche auf der Arbeitsplatte stand und meine Regale putzte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solange wir nur zwei Kinder hatten, gab es im Haus Platz genug f\u00fcr alle. Ich hatte sogar ein Zimmer f\u00fcr mich, das ich als Bastelzimmer genutzt habe. Wenn ich, was selten genug vorkam, mal Besuch eingeladen hatte, konnte ich alles, was ich nicht rechtzeitig aufr\u00e4umen konnte, in diesem Zimmer verschwinden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als dann die n\u00e4chsten beiden Kinder kamen, wurde es so richtig eng. Jetzt lebten wir zu sechst in 98 qm. Die Kinderbetten der beiden j\u00fcngeren standen bei uns im Schlafzimmer, damit im Kinderzimmer genug Platz zu Spielen war. Mein Zimmer bekam meine Tochter. Die M\u00f6glichkeit, das Haus mit \u00fcberschaubarem Aufwand in einen akzeptablen Zustand zu versetzen, gab es nun nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe jedes Jahr zum Jahresanfang die <a href=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/tipps\/literatur\/\" data-type=\"page\" data-id=\"25\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">B\u00fccher<\/a> von Sandra Felton gelesen, aber ich konnte das Gelesene nicht umsetzen. In Erinnerung geblieben ist mir der Satz:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote has-custom-color-1-background-color has-background has-large-font-size\" style=\"border-top-left-radius:20px;border-top-right-radius:20px;border-bottom-left-radius:20px;border-bottom-right-radius:20px\"><blockquote><p><strong>Jedes<\/strong> Ding hat einen <strong>Platz<\/strong> und <strong>jedes<\/strong> Ding hat <strong>seinen<\/strong> Platz.<\/p><cite>Sandra Felton<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wei\u00df ich, dass genau das das Problem war. Dinge, die einen festen Platz hatten, waren penibel aufger\u00e4umt, wie zum Beispiel Geschirr oder Kleidung. Der Rest der Wohnung versank im Chaos, weil es einfach nicht genug Platz f\u00fcr alles gab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"741\" data-id=\"297\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B500-Kuechenschrank.jpg\" alt=\"Geschirr, sehr ordentlich in einen Schrank ger\u00e4umt\" class=\"wp-image-297\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B500-Kuechenschrank.jpg 500w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B500-Kuechenschrank-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"769\" data-id=\"298\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B500Kleiderschrank.jpg\" alt=\"T-shirts auf Kleiderb\u00fcgeln, farblich sortiert\" class=\"wp-image-298\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B500Kleiderschrank.jpg 500w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B500Kleiderschrank-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" data-id=\"290\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Waeschestaender.jpg\" alt=\"Ein vollgestelltes Wohnzimmer, mitten im Raum ein W\u00e4schest\u00e4nder\" class=\"wp-image-290\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Waeschestaender.jpg 1000w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Waeschestaender-300x225.jpg 300w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/B1000Waeschestaender-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<h3 id=\"therapie\" class=\"wp-block-heading\">Therapie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Gr\u00fcnden, die nichts mit meiner Unordnung zu tun hatten, begann ich so um die Jahrtausendwende herum eine Therapie. Meine Therapeutin vertrat die Ansicht &#8222;wie au\u00dfen, so innen&#8220; und meinte, wenn wir mein Innenleben aufr\u00e4umen w\u00fcrden, w\u00fcrde sich auch der Zustand meiner Wohnung ver\u00e4ndern. Das geschah zwar nicht sofort, ich bin aber \u00fcberzeugt davon, dass sich ohne die Therapie nichts ge\u00e4ndert h\u00e4tte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung gewesen, ich h\u00e4tte eine gl\u00fcckliche Kindheit gehabt, obwohl ich mich ja immer ausgegrenzt und nicht zugeh\u00f6rig gef\u00fchlt hatte. Vieles, was ich oben beschrieben habe, hat sich erst in der Therapie gekl\u00e4rt. Ich kann jetzt auch sehen, dass vieles nicht sch\u00f6n war, das meiste aber durch \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde bedingt war.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"veraenderung\" class=\"wp-block-heading\">Ver\u00e4nderung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ver\u00e4nderung begann 2009. Unser zweitj\u00fcngster Sohn hatte einen Fahrradunfall, bei dem er sich eine so schwere Hirnsch\u00e4digung zugezogen hat, dass er voll pflegebed\u00fcrftig war und von seinen Sachen (PC, Gameboy, Schachspiel, B\u00fccher, &#8230;) nichts mehr benutzen konnte. Au\u00dferdem wurden mir aus einer Ausstellung f\u00fcnf Quilts gestohlen. Ich begann zu begreifen, dass es keine Sicherheit im Leben gibt und dass alles &#8222;Festhalten wollen&#8220; nichts bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt fing ich so allm\u00e4hlich an, umzudenken. Bis dahin war es f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich, dass es am sinnvollsten ist, Geld f\u00fcr materielle Dinge auszugeben. Dann hat man was in der Hand. Durch die Erfahrung mit meinem Sohn habe ich gesehen: sein ganzer Besitz war von einem Tag auf den anderen f\u00fcr ihn nutzlos und damit wertlos geworden, seine Erinnerungen an sch\u00f6ne Erlebnisse (die zum Teil ja auch Geld gekostet haben), konnte ihm aber niemand mehr nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von da an hatte ich immer seltener das Bed\u00fcrfnis, Sachen zu kaufen, die ich fr\u00fcher unbedingt h\u00e4tte haben m\u00fcssen. Ich bin \u00f6fter mal f\u00fcr ein paar Tage in den Urlaub geflogen und habe mir ausgiebige Massagen geg\u00f6nnt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"69\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0793-1024x768.jpg\" alt=\"Ein altes Segelschiff\" class=\"wp-image-69\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"414\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_2753-1024x683.jpg\" alt=\"Elke am Fallschirm, der von einem Boot gezogen wird\" class=\"wp-image-414\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"892\" data-id=\"413\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Elke-im-Anitas-1024x892.jpg\" alt=\"Elke im Pool\" class=\"wp-image-413\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste gro\u00dfe Schritt war f\u00fcr mich 2015 mein Umzug nach M\u00fcnster. Hatte ich bislang nur den Zustrom von weiteren Sachen reduziert, fing ich jetzt nach und nach an, mich von Sachen zu trennen, die ich nicht mit nach M\u00fcnster nehmen wollte. Das w\u00e4re gar nicht zwingend notwendig gewesen, weil wir unser Haus in S\u00fcddeutschland ja behalten haben, aber gl\u00fccklicherweise habe ich damals zum ersten Mal eine Givebox entdeckt. Ich hatte zu der Zeit etwa dreimal pro Woche dort in der N\u00e4he zu tun und habe jedes Mal eine kleine Tasche mit Dingen, die mir nicht mehr wichtig waren, dorthin gebracht. Es hat mich sehr gefreut, dass fast jedes Mal die Sachen nicht mehr da waren, die ich ein paar Tage zuvor dort hineingestellt hatte. Irgendjemand konnte sie also gebrauchen. Ich selber war ziemlich standhaft und habe nur ganz selten etwas von da mit nach Hause genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Umzug nach M\u00fcnster habe ich sehr bewusst ausgew\u00e4hlt und nur das mitgenommen, was ich wirklich brauchte. Ich musste ja nichts wegwerfen, alles andere konnte ja noch in unserem Haus in S\u00fcddeutschland bleiben. Ich bin damals auch noch h\u00e4ufig gependelt und konnte so jederzeit nachtr\u00e4glich noch Sachen herbringen. In M\u00fcnster hatte ich jetzt eine gro\u00dfe Wohnung mit wenig M\u00f6beln, die mir ein unglaubliches Gef\u00fchl von Freiraum und damit auch Freiheit vermittelte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"222\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_0164-1024x768.jpg\" alt=\"Mein Zimmer mit Schrank\" class=\"wp-image-222\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\" 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src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dachterrasse-2-1024x768.jpg\" alt=\"Dachterrasse\" class=\"wp-image-221\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dachterrasse-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dachterrasse-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dachterrasse-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dachterrasse-2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Dachterrasse-2.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"227\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Naehzimmer-1-1024x768.jpg\" alt=\"N\u00e4hzimmer mit Fenster\" class=\"wp-image-227\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Naehzimmer-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Naehzimmer-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Naehzimmer-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Naehzimmer-1-1536x1152.jpg 1536w, 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Au\u00dferdem hatte ich alles, was irgendwie belastend war, zum Beispiel der ganze Schreibkram, noch nicht hier. Das konnte ich alles bei meinen Besuchen im alten Zuhause erledigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In M\u00fcnster konnte ich mir langgehegte W\u00fcnsche erf\u00fcllen. Der gr\u00f6\u00dfte war, endlich jederzeit und sogar spontan Besuch einladen zu k\u00f6nnen. Das habe ich auch ausgiebig getan. Zu der Zeit war meine Wohnung immer aufger\u00e4umt &#8211; und ich habe sogar regelm\u00e4\u00dfig geputzt. Alles ist mir leichtgefallen. Ich habe ohne Anstrengung abgenommen, habe viel Anerkennung f\u00fcr verschiedene ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten bekommen und mich verliebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gro\u00dfe Entt\u00e4uschung war allerdings, dass sich der Kontakt zu meinen Eltern und Geschwistern, die alle in M\u00fcnster lebten, nicht so gestaltet hat, wie ich mir das erhofft hatte. Ich habe viele Anstrengungen unternommen, blieb aber immer noch die Au\u00dfenseiterin.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"rueckfall\" class=\"wp-block-heading\">R\u00fcckfall<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Herbst 2017 kam viel zusammen. Ich hatte beschlossen, alles, was mir wichtig aus der alten Wohnung wichtig war, nach M\u00fcnster kommen zu lassen. Das war ein ganzer Sprinter voll. Das G\u00e4stezimmer war damit bis auf H\u00fcfth\u00f6he komplett vollgestellt. Es hat viele Monate, wenn nicht sogar Jahre gedauert, bis alles einger\u00e4umt, aufger\u00e4umt oder entsorgt war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich zu dem ganzen materiellen Ballast gab es noch einige Ereignisse, die f\u00fcr enormen emotionalen Ballast sorgten. Mein j\u00fcngster Sohn, der seit 2015 in einer Behinderteneinrichtung lebte, durfte 2017 aus p\u00e4dagogischen Gr\u00fcnden \u00fcber Weihnachten nicht nach Hause kommen, mit meiner Mutter kam es zu einem richtigen Streit, bei den Vorstandssitzungen im Verein wurden die Meinungsverschiedenheiten immer gr\u00f6\u00dfer und in der Beziehung fing es an zu kriseln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau zu dieser Zeit fing mein linker Arm an zu zittern, was sich sp\u00e4ter als Vorbote meiner Parkinsonerkrankung herausstellen sollte und ich habe ziemlich viel zugenommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"heute\" class=\"wp-block-heading\">Heute<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2021 ist mein j\u00fcngster Sohn bei mir eingezogen, meine Parkinsonerkrankung (damals noch ohne Diagnose) schritt voran. Das machte es n\u00f6tig, dass auch mein Mann hier einzog. Jetzt war es wieder einmal richtig eng. Aber seit Sommer 2024 nehme ich Medikamente, bin inzwischen kaum noch auf Hilfe angewiesen und lebe den gr\u00f6\u00dften Teil des Monats wieder allein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe mir meine Wohnung wieder zur\u00fcckerobert. Sie ist jetzt zwar einigerma\u00dfen ordentlich, aber das Gef\u00fchl von Freiraum und Freiheit hat sich nicht wieder eingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was geblieben ist, ist immer noch ein gewisser Widerwille gegen das Aufr\u00e4umen, den ich inzwischen als kindliche Trotz- und Protesthaltung gegen die \u00fcberm\u00e4\u00dfig strenge Erziehung durch meine Eltern betrachte. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Was g\u00e4be es sonst f\u00fcr einen Grund, getragene Kleidung tagelang im Schlafzimmer auf dem Sessel zu stapeln statt sie in die zwei Meter entfernten W\u00e4schek\u00f6rbe zu legen?<\/li>\n\n\n\n<li>Warum r\u00e4ume ich Sachen nach dem Gebrauch nicht wieder da hin, wo sie hingeh\u00f6ren?<\/li>\n\n\n\n<li>Warum bleibt die getrocknete W\u00e4sche solange im W\u00e4schetrockner bis ich diesen wieder benutzen will?<\/li>\n\n\n\n<li>Warum lege ich meine Eink\u00e4ufe beim Heimkommen auf die Arbeitsplatte oder den Esstisch statt sie in den Schrank zu r\u00e4umen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der gro\u00dfen Wohnung fallen dies Inseln der Unordnung nicht so sehr auf. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Wohnung ist ja ordentlich. Manchmal \u00fcbersehe ich die Unordnung, manchmal denke ich aber auch: Eigentlich k\u00f6nntest du das Teil jetzt mal aufr\u00e4umen. Oft meldet sich dann sofort eine laute, rebellische Stimme: ICH WILL ABER NICHT!!! Meistens gebe ich dieser Stimme nach und versuche weiterhin zu ignorieren, dass dieses Teil vielleicht schon Wochen oder sogar Monate nicht aufger\u00e4umt ist (obwohl es doch eine festen Platz daf\u00fcr gibt). Das kostet unglaugblich viel Kraft und Energie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber vielleicht schaffe ich es ja doch noch, erwachsen zu werden, im Sinne von:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote has-custom-color-1-background-color has-background has-large-font-size\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\"><blockquote><p>Erwachsen ist man dann, wenn man das Richtige tut, obwohl es die Eltern fr\u00fcher von einem verlangt haben.<\/p><cite>Verfasser unbekannt<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"was-hat-geholfen\" class=\"wp-block-heading\">Was hat geholfen?<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ich hatte eine Oma, die mich sehr geliebt hat, mit der ich viel Zeit verbringen durfte und f\u00fcr die ich etwas besonderes war.<\/li>\n\n\n\n<li>Durch Erfolg in der Schule konnte ich mir wenigstens die Anerkennung meiner Eltern verdienen.<\/li>\n\n\n\n<li>Ich habe immer viel gelesen und konnte dadurch dem Alltag entfliehen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Mutter und die Oma meines Mannes haben mich mit offenen Armen in die Familie aufgenommen.<\/li>\n\n\n\n<li>Mein Mann hat schnell verstanden, dass er meine Unordnung nicht beseitigen darf. Dabei h\u00e4tte er niemals etwas richtig machen k\u00f6nnen! Er hat die Situation akzeptiert, wie sie war, und niemals deswegen Streit angefangen.<\/li>\n\n\n\n<li>Durch die Kinder hatte mein Alltag Struktur. Es gab immer frisch gekochtes, gesundes Essen und saubere, meistens sogar geb\u00fcgelte Kleidung. Wenn diese (lebenswichtigen) Dinge erledigt waren, habe ich mit den Kindern gespielt. Aufr\u00e4umen und putzen blieben dabei auf der Strecke. <\/li>\n\n\n\n<li>Das Geld war bei uns nicht knapp, aber es musste gut eingeteilt werden, damit es f\u00fcr alles reichte. Da Kinder aber st\u00e4ndig aus allem herauswachsen, konnte ich mein &#8222;Kaufbed\u00fcrfnis&#8220; mit Kinderkleidung und Spielzeug ausleben. Au\u00dferdem hatte ich durch die Kinder gar nicht soviel Zeit und Gelegenheit zu eksessiven Shoppingtouren.<\/li>\n\n\n\n<li>Meine Therapeutin meinte, ich m\u00fcsste mir jetzt selbst Mutter  und Vater sein. Das hat aber irgendwie nicht so richtig funktioniert. Daf\u00fcr durfte ich als Erwachsene mit Mitte vierzig im echten Leben erfahren, wie es sich anf\u00fchlt, bemuttert zu werden. Ein junger Masseur in der T\u00fcrkei, kaum \u00e4lter als mein \u00e4ltester Sohn hat mich gewisserma\u00dfen &#8222;nachbemuttert&#8220;. \n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf dem Weg zu den Massager\u00e4umen hat er mich an die Hand genommen wie ein kleines Kind.<\/li>\n\n\n\n<li>Er hat meine F\u00fc\u00dfe einzeln in Handt\u00fccher gewickelt, als es kalt war.<\/li>\n\n\n\n<li>Er hat mir im Hamam die Haare gewaschen hat, obwohl das eigentlich nicht \u00fcblich war.<\/li>\n\n\n\n<li>Er hat seine Orange mit mir geteilt.<\/li>\n\n\n\n<li>Er hat mir Medikamente aus der Apotheke geholt, als ich krank war.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li>Durch den Unfall meines Sohnes haben materielle Dinge einen anderen Stellenwert bekommen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die gro\u00dfe Wohnung nur f\u00fcr mich und die anderthalb Jahre in der sp\u00e4rlich m\u00f6blierten Wohnung haben mir gezeigt, wie wohltuend es sein kann, von viel freiem Raum umgeben zu sein.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Existenz von Giveboxen und Sozialkaufh\u00e4usern hat es mir m\u00f6glich gemacht, mich von vielem zu trennen, denn wegwerfen k\u00f6nnte ich noch gut erhaltene Sachen bis heute nicht. <\/li>\n\n\n\n<li>Meine Parkinson-Erkrankung erlaubt es mir, nachsichtiger mit mir zu sein. Manches kann ich jetzt einfach nicht mehr.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine ganz gro\u00dfe Hilfe ist meine Kreativit\u00e4t. Ich habe immer schon viel geh\u00e4kelt, gestrickt, gestickt, gen\u00e4ht und gebastelt. Als ich dann anfing, Patchwork-Wandbeh\u00e4nge zu n\u00e4hen, wurde aus dem Kunsthandwerk Kunst. Dadurch bekam ich die M\u00f6glichkeit, meine Lebensthemen im wahrsten Sinne des Wortes zu &#8222;verarbeiten&#8220;.  Zur Messie-Thematik entstand der Quilt: <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ordnung-im-Chaos-freigestellt-1024x683.png\" alt=\"Ein gen\u00e4hter Wandbehang zum Thema Ordnung im Chaos\" class=\"wp-image-371\" srcset=\"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ordnung-im-Chaos-freigestellt-1024x683.png 1024w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ordnung-im-Chaos-freigestellt-300x200.png 300w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ordnung-im-Chaos-freigestellt-768x512.png 768w, https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ordnung-im-Chaos-freigestellt.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote has-custom-color-1-background-color has-background has-large-font-size\" style=\"border-top-left-radius:10px;border-top-right-radius:10px;border-bottom-left-radius:10px;border-bottom-right-radius:10px\"><blockquote><p>&#8222;Inseln der Ordnung in einem Meer von Chaos.&#8220;<\/p><\/blockquote><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Elke<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Platz f\u00fcr mich (und f\u00fcr meine Sachen) Meine Geschichte Kindheit Als ich geboren wurde, waren meine Eltern seit fast anderthalb Jahren verheiratet, hatten aber noch keine eigene Wohnung. Sie lebten in einem Zimmer in der Wohnung meiner Gro\u00dfeltern. W\u00e4hrend meine Mutter arbeiten war, passte meine Oma auf mich auf. Meine Mutter erz\u00e4hlt, dass es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":11,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"page-no-title","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-178","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=178"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/178\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":436,"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/178\/revisions\/436"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/messie.xn--selbsthilfegruppe-mnster-etc.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}