„Ich bin doch kein Messie!“

sagte ich stets. Ich sammle doch keinen Müll! Und dann ständig solche Bemerkungen: „Kannste denn nicht mal Ordnung machen?“

Ja, so war das. Mein Problem, oder besser, dass ich eine Anomalie besitze, habe ich erst erkannt, als ich als Hausbewacher einen leerstehenden Bauernhof entrümpeln musste, und das noch unter Zeitdruck. Grund: Ich habe die vielen Räumlichkeiten von Jahr zu Jahr stetig gefüllt.

Wie ist das geschehen? Nun! Ich gehöre zu den Menschen, die am Sperrmüll nicht vorbeigehen können ohne diese Dinge zu scannen nach Objekten, die nicht oder kaum kaputt sind. Der Satz, der mich auch heute noch täglich begleitet ist: „Das ist doch noch gut! Das ist doch zu schade zum Wegwerfen!“

Ein großer Berg Sperrmüll

Mit dieser Ideologie war es kein Problem, eine Menge Kleidung, Möbel, Maschinen, Werkzeuge, Vollholzteile, komplette Küchen und sogar Fahrzeuge zu sammeln und zu lagern.

Jedes Teil war irgendwie wertvoll, also in meinen Augen kein Müll. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass unsereins in der falschen Zeit lebt. Gäbe es viel Not, dann könnte unsereins für die Menschen notlindernd und helfend sein. Ein interessanter Gedanke, nicht?

Nun! Ich habe da auch nicht das Thema, nicht richtig zu wissen, wie eine Ordnung geschaffen und gehalten wird. Bewundernswert zu sehen, wenn jemand z. B. sein Büro voll strukturiert hat. Ich jedenfalls kann mir einen neuen Schreibtisch kaufen und aufstellen und kann es dann irgendwie nicht so richtig verhindern, dass der neue Tisch bald auch so voll liegt mit Papier, Ordnern, Zeitschriften, Rechnungen usw. wie der alte Schreibtisch! So voll, dass ein effektives Arbeiten da nicht mehr möglich ist. Das erzeugt viel Hilflosigkeit und auch Wut.

Ich will mich da aber nicht mehr ärgern. Deshalb habe ich 2015 die Messie-Selbsthilfegruppe gegründet.

Falls jemand Interesse an der Gruppe hat oder weitere Informationen benötigt, kann er/sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

Gordon

Gordon mit seinem Hund Mogli, in der Hand einen leeren Bilderrahmen