Häufig gestellte Fragen:

Das Problem von Fachleuten ist, dass sie sich oft nicht in die Messie-Problematik hineinversetzen können. Eine große Ausnahme ist der Arzt und Psychotherapeut Dr. Rainer Rehberger. Sein Buch Selbsthilfe für Messies hat er sogar in der Ich- bzw. Wir-Form geschrieben.
Seine Bücher sind wissenschaftlich fundiert und spiegeln seine langjährige Erfahrung im Umgang mit Messies wider. Auszüge aus seinem Buch Messies – Sucht und Zwang finden Sie beim Messie-Landesverband Melano.

Die Antworten auf die Fragen hier sind nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen.
Sie sind auch nicht allgemeingültig – denn Messies sind verschieden, so wie andere Menschen auch!
Sie sind aber trotzdem wahr, denn sie beruhen auf den Beobachtungen und Erfahrungen, die wir und viele andere Messies auch gemacht haben.

Was bedeutet das Wort Messie?

Das Wort „mess“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Unordnung. Ein Messie ist also jemand, der in Unordnung lebt.

Was ist ein Messie?

Der Wortbedeutung nach ist ein Messie jemand, der in Unordnung lebt. Das kann auch eine „innere Unordnung“. sein. Bei den meisten kommen aber noch andere Probleme hinzu, etwa notorische Sammelleidenschaft, Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung, Prokrastination („Aufschieberitis“), Ängste und Zwänge. Diese sind bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt, manche auch gar nicht.

Sind Messies zu dumm zum Aufräumen?

Messies gibt es in allen Bevölkerungsschichten, insbesondere auch unter Akademikern und in anderen verantwortungsvollen Positionen. Es ist also keine Frage der Intelligenz. Vom Verstand her weiß jeder Messie wie aufräumen geht.

Sammeln Messies Müll?

Nicht jeder Messie ist ein Sammler, und die, die sammeln, haben einen Grund dafür. Zum Zeitpunkt des Sammelns sind die Dinge (zumindest in den Augen des Messies) noch gut, ließen sich also irgendwann noch verwenden. Da sich diese Gelegenheit aber oft nicht so schnell ergibt, kann es passieren, dass aus dem ursprünglich noch brauchbaren Gegenstand im Lauf der Zeit, manchmal auch durch ungünstige Lagerung, Müll wird.

Lieben Messies die Unordnung?

Ganz im Gegenteil! Die meisten Messies sind die reinsten Ordnungsfanatiker. In Gedanken tüfteln sie geniale Ordnungssysteme aus. Als Perfektionisten sind sie aber nicht bereit, eine weniger ausgeklügelte Ordnung zu akzeptieren.

Warum sind Messies unordentlich?

Da es die perfekte Ordnung nicht gibt – schließlich ändert sich das Leben ständig – leben Messies eben in Unordnung, nach dem Prinzip: ganz oder gar nicht.

Sind Messies zu faul zum Aufräumen?

Messies sind sogar so fleißig, dass sie sich oft überfordern. Einerseits macht das Leben inmitten so vieler Dinge an sich schon Mühe und kostet viel Kraft, andererseits versuchen viele Messies ununterbrochen, Ordnung in ihr Chaos zu bekommen. Das ist sehr ermüdend, weil sie nur selten einen sichtbaren Erfolg haben.

Warum können Messies nichts wegwerfen?

Viele wollen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Andere umgeben sich mit einer Art Schutzhülle aus Dingen. Weil aber Gegenstände nicht wirklich Sicherheit bieten können, sind es nie genug. Deswegen wird immer mehr gesammelt. Je nach finanzieller Situation entwickelt sich möglicherweise auch eine Kaufsucht, oder Sperrmüll, Give-Boxen und Verschenkaktionen üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus.
Dass sich mit dieser Anhäufung von Dingen keine Sicherheit erkaufen lässt, ist den meisten Messies vom Verstand her klar. Da sie aber keine anderen Strategien gelernt haben, sammeln sie weiter. Das Vertrauen ins Leben ist oft so gering, dass sie panische Angst haben, sich von einem Gegenstand zu trennen, obwohl sie ihn in mehrfacher Ausführung besitzen.
Manche haben auch Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen. Wenn ich etwas heute weggebe, kann es doch sein, dass ich es morgen oder nächste Woche oder nächstes Jahr wieder brauche – und dann?

Ist das Messie-Syndrom eine Krankheit?

Das Pathologische Horten wurde in die seit 2022 gültigen ICD-11 aufgenommen. Quelle: Studie zum Messie-Syndrom

Ist das Messie-Syndrom heilbar?

Welchen Nutzen hat ein Messie von dem Chaos?

Warum braucht ein Messie so viele Dinge?

Ist jeder unordentliche oder chaotische Mensch ein Messie?

Manche bekamen nicht genug Liebe, weil ihre Eltern gerade genug Kraft hatten, ihre eigenen Krisen zu überstehen. Es gibt aber nicht wenige, denen immer wieder gesagt wurde: „Du hast meine Leben (meine Karriere) zerstört. Wärest Du bloß nie geboren!“ Manche Mütter haben sogar versucht, abzutreiben und werfen ihren Kindern ein Leben lang vor, dass diese die Abtreibung überlebt haben.

Viele Messies leben allein. Durch den Schutzwall, den sie um sich herum aufgebaut haben, verhindern sie ja auch, dass ihnen niemand nahe kommt. Viele möchten ja auch keinen in ihre Wohnung lassen, weil sie sich schämen für die Fülle und das Chaos, die dort herrschen. Besonders schwierig ist es aber für Kinder, die in Messie-Haushalten aufwachsen. Sie dürfen oft keine anderen Kinder zum Spielen mit nach Hause bringen und vielleicht nicht mal am Schüleraustausch teilnehmen.

Das Gefühl der Scham ist lebensbestimmend. Es führt zu Isolation und Einsamkeit, oft auch zu Verzweiflung und Selbstanklage. Warum schaffe ich es nicht, in meinem Haus oder in meiner Wohnung Ordnung zu halten? Im Beruf geht es doch auch? Dieser Widerspruch ist für viele (Betroffenen und Angehörige) schwer auszuhalten. Denn Messies fehlt ja nicht wirklich die Fähigkeit zu Struktur und Ordnung, sie wird nur von diesem enormen Mangelgefühl überdeckt. Deswegen greifen Hilfsangebote von außen, die Unterstützung beim Aufräumen und Ausmisten anbieten, meistens nicht.