Unsere Selbsthilfegruppe gibt es seit 2015. Ein „harter Kern“ von drei Mitgliedern ist fast von Anfang an dabei. Viele sind inzwischen dazugekommen – und auch wieder gegangen. Die Fluktuation ist groß. Bei manchen wissen wir, dass sie weggezogen sind oder auf Grund familiärer Veränderungen nicht mehr kommen können. Bei anderen können wir nur spekulieren.
Wir vermuten, dass viele nach einigen Wochen nicht mehr gekommen sind, weil sich ihre Hoffnungen nicht erfüllt haben. Denn es ist leider nicht so, dass man durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe plötzlich ordentlich wird oder alles, was Angehörige oder Freunde für überflüssig halten, wegwirft oder verschenkt. Manche Besucher (oder ihre Angehörigen) scheinen das geglaubt zu haben.
Bringt so eine Gruppe dann überhaupt etwas? Unserer Erfahrung nach sehr viel:
- Wir verstehen jetzt besser, was mit uns los ist.
- Wir stellen fest, dass wir nicht der einzige Mensch auf der Welt mit diesem Problem sind.
- Wir gehen liebevoller mit uns selber um.
- Wir können uns besser annehmen, wie wir sind – und uns vielleicht sogar lieben lernen.
- Wir laden vielleicht nach vielen Jahren der Isolation zum ersten Mal wieder jemanden in unsere Wohnung ein.
- Wir fühlen uns dem Chaos nicht mehr ganz so hilflos ausgeliefert.
- Wir berichten uns gegenseitig von den Strategien, die wir ausprobiert haben.
- Wir beobachten und erforschen, was funktioniert oder auch nicht – und warum.
- Wir entdecken viele Gemeinsamkeiten z. B. in unserer Kindheit und fühlen uns dadurch nicht mehr so allein.
Im Laufe der Jahre stellen sich auch sichtbare Erfolgserlebnisse ein. Der wichtigste Schritt scheint dabei zu sein, den „Zustrom“ von Dingen in unsere Wohnung zu begrenzen. Denn es ist sehr viel leichter, ein Teil vom Sperrmüll nicht zu „retten“ oder ein „Schnäppchen“ nicht zu kaufen, als sich von diesen Dingen später wieder zu trennen.

Neue Mitglieder sind immer willkommen. Wir treffen uns teils in Präsenz und teils über Zoom. Die aktuellen Termine können Sie bei Gordon erfragen.